Das Bündnis für saubere Luft sieht sich durch die Aussagen des Masterplans zur Luftreinhaltung in seinen Forderungen und seiner Arbeit bestätigt. Oberstes Ziel muss die Verringerung des emissionsbehafteten motorisierten Individualverkehrs sein. Gleichzeitig fordert das Bündnis eine höhere Priorisierung des Fuß- und Radverkehrs sowie schnellstmöglich umsetzbarer Maßnahmen.

Am heutigen Mittwoch, 25. Juli 2018, beschloss die Vollversammlung des Stadtrates den Masterplan zur weiteren Verbesserung der Luftsituation in München. Darüber hinaus, sollen die Ergebnisse des Masterplans in die Weiterentwicklung des Verkehrsentwicklungsplans zum Mobilitätsplan für München MobiMUC dienen. Das Ziel des Bürgerbegehrens „Sauba sog i“ wurde dabei explizit aufgegriffen. Damit bekräftigt der Stadtrat seinen Beschluss, eine Verkehrswende in München einzuleiten und den Anteil des fossil angetriebenen Autoverkehrs auf Münchens Straßen bis 2025 zu halbieren. Oberstes Ziel ist die Förderung des Umweltverbundes, also des Fuß-, Rad- und öffentlichen Personennahverkehrs.

Beppo Brem, Sprecher des Bündnisses für saubere Luft zeigt sich erfreut: „ Mit dem Masterplan zur Luftreinhaltung werden unsere Forderungen und Ziele zur Verbesserung der derzeit leider schlechten Luftsituation in München aufgegriffen. Es ist richtig und gut, Mittel aus dem „Sofortprogramm Saubere Luft 2017-2020“ zu beantragen. Gleichzeitig können die aufgelisteten Maßnahmen nur ein Grundstock für ein dringend benötigtes und von uns gefordertes Reinheitsgebot für Münchner Luft und eine echte Verkehrswende für München sein.“

Sylvia Hladky, ebenfalls Sprecherin des Bündnisses, führt das näher aus: „Es ist erfreulich, dass die Stadt in den Maßnahmenkatalog viele Fahrradinfrastrukturprojekte aufgenommen hat. Bedauerlicherweise führen die damit verbundenen Kosten dazu, dass die Förderung des Radverkehrs in der Priorisierung nach hinten gerutscht ist. Da gerade der Radverkehr wesentlich zur Reduzierung des motorisierten Individualverkehrs beiträgt, sollten die kurzfristig möglichen Maßnahmen möglichst schnell in Angriff genommen werden. Zusätzlich sollte die Priorisierung der Maßnahmen überdacht werden.

Andreas Schuster, Sprecher des Bündnisses, ergänzt: „Digitalisierung und Elektrifizierung sind nutzbare Instrumente der Verkehrsverbesserung. Oberstes Ziel muss jedoch sein, möglichst viel Verkehr zu vermeiden und zu verlagern. Und dabei die Mobilität der Bürger*innen zu erhalten. Der Masterplan bleibt in diesen wichtigen Planungsgrundsätzen schwammig. Eine Annahme, wie in Szenario S1a, welche von 50 Prozent Elektroautos im PKW-Bestand bis 2020 ausgeht, scheint uns unrealistisch und verdeckt die wichtigen Herausforderungen. Nämlich eine klare Förderung der flächeneffizienten Mobilität des Umweltverbundes, insbesondere den schnellen Ausbau des Fuß- und Radverkehrs sowie einer stadtweiten Busoffensive mit eigenen Busspuren.“

Du willst Dich zukünftig auch für Luftreinhaltung einsetzen und bei Aktionen engagieren? Dann bist Du sehr herzlich am Mittwoch, 08. August 2018, zum Stammtisch Mobilität und Verkehrswende des Bündnispartners Green City e.V. eingeladen.

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